Antonio Rutilio

Moderne Architektur als Investitionsentscheidung

Wenn ein Kunde fragt, ob zeitgenössische Architektur eine „gute Investition“ ist, stellt er meist zwei verschiedene Fragen zugleich: Wird dieses Design auch in fünfzehn Jahren noch stimmig wirken, und wird es im Unterhalt mehr oder weniger kosten als etwas Konventionelleres? Beide Fragen haben reale Antworten, und beide werden bereits in der Entwurfsphase entschieden – durch konkrete, identifizierbare Entscheidungen zu Materialien, Grundriss und Detaillierung, nicht durch das Etikett „modern“ als Stilbezeichnung.

Trend oder Zeitlosigkeit ist eine Entwurfsentscheidung, kein Zufall

Manche zeitgenössischen Gebäude altern gut, andere wirken schon innerhalb eines Jahrzehnts überholt, und der Unterschied liegt selten in der zugrunde liegenden Struktur – meist ist es die trendgetriebene Oberflächengestaltung, die darübergelegt wird. Eine Akzentwand in einer modischen Oberfläche, eine Leuchte, die eindeutig „dieses Jahr“ wirkt, ein Wandfarbton, der an einen bestimmten Moment gebunden ist – all das lässt sich kostengünstig ändern und birgt kaum Risiko, wenn es aus der Mode kommt. Ein Grundriss, der um ein modisches, aber unpraktisches Erschließungsmuster herum gebaut ist, oder eine Fassade, deren gesamte Identität von einem einzigen Trendmaterial abhängt, lässt sich später nur teuer oder gar nicht mehr korrigieren. Die praktische Konsequenz daraus: Man sollte das, was für den Entwurf wirklich strukturell ist – Baukörper, Proportion, das Verhältnis der Räume zueinander – von dem trennen, was dekorativ und austauschbar ist, und beim Ersteren konservativer vorgehen als beim Letzteren.

Materialentscheidungen summieren sich über die Zeit

Die Materialwahl beeinflusst den Wiederverkaufswert auf zwei Arten, die in der Entwurfsphase leicht unterschätzt werden: die Instandhaltungskosten und die Art, wie das Material optisch altert. Ein Material, das in einem tropischen oder küstennahen Klima häufige, spezialisierte Pflege erfordert, wird zu einer Belastung, die bei jedem zukünftigen Verkauf offengelegt werden muss – unabhängig davon, wie gut es am ersten Tag aussah. Umgekehrt wirken Materialien, die für ihre Art der Verwitterung ausgewählt wurden – Holz, das gleichmäßig ergraut, Stein, der eine Patina statt Flecken entwickelt, Beton, der so detailliert ist, dass Wasser sauber abläuft –, mit der Zeit eher durchdachter statt weniger durchdacht. Dies ist ein in der Immobilienbranche insgesamt gut dokumentiertes Muster: durchdacht gestaltete, sorgfältig detaillierte Häuser halten das Käuferinteresse eher aufrecht und verkaufen sich reibungsloser als vergleichbare Immobilien, die mit weniger gestalterischem Anspruch fertiggestellt wurden – selbst wenn die reine Quadratmeterzahl ähnlich ist.

Grundrisseffizienz bedeutet Vermarktbarkeit, nicht nur Komfort

Ein effizienter Grundriss ist einer, bei dem jeder Quadratmeter bebauter Fläche entweder als Wohnraum sinnvoll genutzt wird oder strukturell beziehungsweise haustechnisch notwendig ist – das ist nicht dasselbe wie ein kleiner oder minimalistischer Grundriss. Erschließungsflächen, die unverhältnismäßig viel Platz beanspruchen, Räume ohne klare Zweitnutzung und ungünstige Nachbarschaften (etwa ein Schlafzimmer, das nur durch ein anderes Schlafzimmer erreichbar ist) mindern allesamt die Attraktivität einer Immobilie für den größtmöglichen realistischen Kreis künftiger Käufer oder Mieter – selbst wenn es den derzeitigen Eigentümer persönlich nie gestört hat. Da es bei Wiederverkaufs- und Vermietungsmärkten letztlich darum geht, wie ein Fremder einen Grundriss liest, noch bevor er die Immobilie je besichtigt hat, wirkt sich die Lesbarkeit des Grundrisses direkt darauf aus, wie schnell und zu welchem Preis eine Immobilie verkauft wird.

Was das in der Praxis bedeutet

Architektur als Investition zu betrachten bedeutet nicht, konservativ zu entwerfen oder auf eine starke zeitgenössische Formsprache zu verzichten – es bedeutet, bewusst zu unterscheiden, welche Entwurfsentscheidungen dauerhaft und welche reversibel sind, und die größere Sorgfalt auf die dauerhaften zu verwenden: Standortwahl, Struktur, Materialauswahl und Grundrisslogik. Die reversible Ebene – Möblierung, Farbe, Ausstattung – kann Trends folgen, ohne dass daraus große Nachteile entstehen. Wie sich das im Maßstab einer gesamten Projektentwicklung statt eines einzelnen Wohnhauses auswirkt, zeigt Architektur in größeren Investitionsprojekten; wie Entwurfsentscheidungen einem Käufermarkt vermittelt werden, zeigt Architektur und Immobilienpositionierung. Um ein konkretes Projekt zu besprechen, nehmen Sie Kontakt auf.

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