Antonio Rutilio

Renditeorientierte Architektur: Entwurfsentscheidungen, Zahlen

Architektur wird meist danach verkauft, wie ein Gebäude aussieht und sich anfühlt. Sie sollte aber auch danach beurteilt werden, was der Bau kostet, was der Betrieb über die nächsten zwanzig Jahre kostet und was sie wert ist, wenn sie irgendwann von jemand anderem gekauft wird. Diese drei Zahlen werden zu einem erheblichen Teil bereits während des Entwurfs festgelegt — lange bevor ein Bauunternehmer irgendetwas kalkuliert —, was bedeutet, dass Entwurfsentscheidungen finanzielle Entscheidungen sind, ob man sie nun so bezeichnet oder nicht.

Die Baukosten werden schon am Reißbrett festgelegt

Wenn ein Projekt zur Ausschreibung geht, ist der Großteil seiner Kostenstruktur bereits durch den Entwurf festgelegt: das Tragraster, die Dachgeometrie, die Anzahl der spezifizierten unterschiedlichen Materialtypen, das Verhältnis von Sonderanfertigungen zu Standarddetails. Ein Entwurf mit einem einfachen, wiederholbaren Tragrhythmus und einer begrenzten Palette sorgfältig ausgewählter Materialien lässt sich durchweg berechenbarer und oft auch wirtschaftlicher kalkulieren als einer mit einer Vielzahl von Einzeldetails, selbst wenn beide für einen Laien ähnlich komplex wirken. Komplexität, die keinen funktionalen oder erlebnismäßigen Mehrwert bietet, ist meist Komplexität, für die das Budget zahlt, ohne etwas dafür zu bekommen.

Die Instandhaltungskosten, die niemand einplant

Ein günstigeres Material oder System in der Bauphase kann über einen Zeithorizont von zehn Jahren leicht zur teureren Wahl werden, besonders in einem tropischen oder küstennahen Klima, wo Feuchtigkeit, UV-Einstrahlung und salzhaltige Luft den Verschleiß bei einer falschen Spezifikation beschleunigen. Dachdetails, die Wasser nicht richtig ableiten, Außenoberflächen, die nicht zum lokalen Klima passen, oder haustechnische Systeme, die für die tatsächliche Nutzung unterdimensioniert sind, zeigen sich später als wiederkehrende Reparatur- und Betriebskosten statt als einzelner Posten, den jemand bewusst abgezeichnet hat. Gutes Design trifft manche dieser Entscheidungen bewusst frühzeitig, um genau diese lang anhaltenden, vermeidbaren Instandhaltungskosten zu verhindern.

Entwurfsentscheidungen, die sich beim Wiederverkauf bemerkbar machen

Vermarktbarkeit ist ebenfalls ein Ergebnis des Entwurfs, nicht nur eine Marktbedingung. Grundrisse, die sich für einen Käufer bei der Besichtigung unstimmig anfühlen, fehlendes Tageslicht in wichtigen Räumen oder ein Design, das innerhalb weniger Jahre veraltet wirkt, üben allesamt Abwärtsdruck auf den Wiederverkaufswert und die Vermarktungsdauer aus — unabhängig von Lage oder Ausstattungsqualität. Umgekehrt halten ein gut proportionierter Grundriss, eine gute Innen-Außen-Verbindung und Entwurfsentscheidungen, die gut altern statt einem Trend zu folgen, den Wert eher und verkaufen sich schneller — Faktoren, die ein Käufer oft nicht benennen kann, auf die er aber sofort reagiert, wenn er einen Raum betritt.

Wo die eigentlichen Zielkonflikte liegen

All das bedeutet nicht, dass die günstigste Entwurfsentscheidung immer falsch ist oder dass höhere Ausgaben sich immer auszahlen — die eigentliche Arbeit besteht darin, herauszufinden, welche konkreten Zielkonflikte für ein bestimmtes Projekt und Budget relevant sind und welche eine falsche Sparsamkeit darstellen. Genau in diesem Urteilsvermögen ist die Erfahrung eines Architekten bei einem Projekt, das als Investition und nicht nur als Zuhause gebaut wird, am wertvollsten.

Um die Kosten- und Wertimplikationen eines konkreten Projekts zu besprechen, nehmen Sie Kontakt auf. Für den Entwicklerprozess, in den das eingebettet ist, siehe Immobilienentwicklungsdesign, und dafür, wie diese Entscheidungen mit einer umfassenderen Investitionsthese zusammenhängen, siehe Immobilieninvestitionsarchitektur.

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